08.03.2004  Linktip 
PRESSEINFORMATION

Verwaltungsreform in der Wasserwirtschaft
"Behörden nach Flussgebieten und EU-Richtlinie ausrichten"
Hannover, 2. März 2004 – Zukünftig sollten sich die Wasserbehörden an den drei großen niedersächsischen Flussgebieten von Ems, Weser und Elbe ausrichten. Das schlugen heute die niedersächsischen Natur- und Umweltschutzverbände in Hannover vor, die sich im WASSERNETZ zusammen geschlossen haben. "Die Verwaltungsreform in der Wasserwirtschaft muss Flussgebietsbehörden nach den natürlichen Gegebenheiten schaffen und in Arbeitsgruppen die gleichberechtigte Mitarbeit aller interessierten Stellen auf lokaler und regionaler Ebene sicher stellen", erklärte Gerd Wach, Koordinator des WASSERNETZ. Dieser Schritt sei wichtig, um die Umweltziele der europäischen Wasserrahmenrichtlinie zu erreichen, die das Kabinett vor wenigen Tagen in das niedersächsische Wassergesetz überführt hatte.
Noch sei die Zukunft der niedersächsischen Wasserwirtschaftsverwaltung unklar. Nach den Vorstellungen der Umwelt- und Naturschutzverbände könnte z.B. das Einzugsgebiet der Ems in Meppen kontrolliert werden. Eine zweite Flussgebietsbehörde in Lüneburg soll für die niedersächsische Elbe und ihre Nebengewässer zuständig sein. Für das große Einzugsgebiet der Weser biete sich an, Teil-Flussgebietsbehörden einzurichten wie z.B. für den Aller- und Leine-Einzugsbereich und den Zufluss zum Tide-Weser-Bereich. Die Weser-Hauptstelle könne in Hannover angesiedelt werden. "Eine derartige Verwaltungsstruktur hat den Vorteil, dass die wasserwirtschaftlichen Maßnahmen effizient für das Flussgebiet diskutiert und umgesetzt werden können", sagte der Sprecher des WASSERNETZ. Das Umweltministerium und länderübergreifende Institutionen wie die Flussgebietsgemeinschaft Weser könnten die Aufgaben der Flussgebietsbehörden koordinieren.
Wichtig für die Umsetzung der Ziele der Wasserrahmenrichtlinie sei darüber hinaus, dass für Wassernutzer und -schützer auf regionaler und lokaler Ebene Arbeits-Foren eingerichtet würden, forderte das WASSERNETZ weiter. "Die Bezirksregierungen haben zwar bereits Gebietsforen angekündigt, noch ist aber nicht erkennbar, ob es sich um reine Informationsveranstaltungen handelt oder ob dabei feste Arbeitsgruppen gegründet werden", so Wach. Solche Gruppen seien notwendig, um Schritte zur Verbesserung der Gewässerökologie und der Grundwasserqualität diskutieren und beschließen zu können.
Um beispielsweise Lachs oder Meerforelle in den niedersächsischen Fließgewässern wieder heimisch zu machen oder Nitrat-Einträge aus der Landwirtschaft ins Grundwasser zu mindern, sei ein großes Maßnahmenbündel notwendig. "Wichtig ist, dass Natur- und Umweltvertreter gleichberechtigt mit Anglern, Landwirten und Wasserversorgern über die Zukunft der Gewässer beraten", forderte der Sprecher des WASSERNETZ. "Die Betroffenen müssen sich auf konkrete Maßnahmen einigen, um die vorgegebenen Ziele zu erreichen. Die Aufgabe der Flussgebietsbehörden wird es sein, diesen Prozess zu organisieren, zu moderieren und die Umsetzung zu kontrollieren“, so Wach.
Bei Rückfragen: Gerd Wach, WASSERNETZ – Tel. 0511/96569-20
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PM_040302.doc 2006.12.08 08:20:01 22016
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